Der Entschluss im Januar einfach mal für eine Woche nach Madeira zu fliegen kam relativ spontan im Herbst zustande. Einerseits waren da noch ein paar Resturlaubstage unterzubringen, andererseits wollte ich gerne meinen runden Geburtstag irgendwoanders feiern, auf die bekannten Reiseziele hatten wir keine Lust und Madeira soll ja auch "ganz schön" sein. Also Flug gebucht, Unterkunft gesucht, Auto gemietet und los.
Daß wir tatsächlich nur eine Woche da waren, kann ich überhaupt noch nicht glauben. Jeder Tag war einerseits völlig entspannt, aber auch sehr intensiv. Kennt ihr das wenn einfach mal alles passt? Und fast jede Erwartung noch getoppt wird? Kommt ja eher selten vor, hier war es so. Unsere Unterkunft im Westen der Insel (Ponta do Pargo) entpuppte sich als ganz wundervolle Ruhe-Oase in 400 Meter Höhe, mit eigenem Hühnerstall, Kuhweiden direkt am Haus, frische Limetten vom Baum, Maracuja Plantage und sogar einem kleinen Pool. Ein riesiges Anwesen ganz für uns alleine, völlig abgelegen, mit Blick einerseits auf den Atlantik und andererseits die Berge hoch.
Der Flachland-Läufer in mir war einerseits etwas erschrocken, ebene Wege scheint es auf der Insel nicht zu geben, aber insgeheim hab ich mich beim Anblick der steilen Wege schon riesig auf meine kommenden Laufrunden gefreut.
Auf dem Flug hatte ich von den Levadas gelesen und konnte mir noch nicht viel darunter vorstellen. Das sind schmale Bewässerungskanäle mit Wartungspfaden, die dadurch auch ideale Wanderwege sein sollen. Was als Wanderweg geht, funktioniert doch wohl auch als Laufstrecke. Der Zufall wollte es, dass eine der flachste Levadas (die Levada Nova) sozusagen direkt hinterm "Dorf" anfängt. Bloß etwa 250 Meter höher, auf einer Steigungstrecke von nichtmal zwei Kilometern. Besonders viel mit Laufen war auf diesem Teilstück nicht, dafür die Belohnung umso größer als ich erstmal oben war. Die Levada läuft etwa vierzig Kilometer fast konstant auf einer Höhe von 650 Metern und macht es einem wirklich leicht auch längere Teilstücke durchzulaufen und dabei die Landschaft zu geniessen.
Kleine Wasserfälle, Bäche, schroffe Abhänge, Kuhweiden, Lorbeerwälder und immer wieder eine Aussicht auf den Atlantik die einem den Atem raubt. Ganz ehrlich, ich war im Glück "dort oben". Innerhalb weniger Meter kann sich die komplette Umgebung ändern, eben noch im "Regenwald", ist da plötzlich eine Weide mit gemütlichen Kühen oder Ziegen, dann wieder Lorbeerwald und eine weitere Kurve später ein wilder Bach mit Wasserfall.
Luftlinie zählt hier nichts, durch die vielen Windungen kommen sehr schnell sehr viel mehr Kilometer zusammen als vermutet. Ich bin also immer eher mit Blick auf die Uhrzeit gelaufen, um nicht zu spät umzukehren, und hab die Kilometer überwiegend ignoriert bzw. nur als groben Hinweis gesehen.
Zwei Paar Laufschuhe waren mit auf der Reise, aus purer Neugier was die im Gelände so können, hab ich aber eigentlich nur die Altra Superior genutzt. Und die haben einen guten Job gemacht, trittsicher und dabei angenehm leicht.
Übrigens stehen auf den Wanderrouten überall immer wieder tadellose Trinkwasserstellen, mein kleinen Wasservorrat musste ich daher fast nie nutzen.  
Innerhalb der einen Woche war ich fünfmal unterwegs und es sind so immerhin knappe hundert Kilometer zusammengekommen. Ganz sicher werden das in Zukunft noch wesentlich mehr auf dieser wundervollen Insel, ich hab da ein klein wenig mein Herz verloren.

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@Team Hubzilla Runners+
  
Lieber Manfred, du weißt also wovon ich spreche :-) Die Landschaft ist einfach umwerfend, und abgesehen von dem einen oder anderen neuen Autobahntunnel, hat sich wahrscheinlich nicht besonders viel geändert.
Danke und beste Grüße, Oliver
 via WordPress
Lieber Oliver,

das klingt ein wenig nach Paradies. Wenn du noch mehr fotografiert hast, kannst du ja auch mal ne Bilderstrecke ins Netz stellen. Meine Neugier hast du jedenfalls geweckt :-)

Liebe Grüße
Wolfgang
  
Lieber Wolfgang, auch wenn es schwer einzufangen ist, ein paar Bilder sind hier abgelegt: klick.
Aber in echt ist alles noch viel schöner dort :-)
Liebe Grüße, Oliver