zuletzt bearbeitet: Tue, 01 May 2018 12:02:37 +0200  
Jetzt kann ichs ja sagen: der diesjährige Düsseldorf Marathon hat mir mental nach dem Fiasko letztes Jahr einiges abverlangt. Die Tage vorher, Kopfkino. Ich war selten so aufgeregt am Start wie dieses mal, das reinste Nervenbündel. Einerseits weil ich erstmalig mit Fivefingers starten wollte (und getan hab), aber vor allem sollte dies ein Lauf ohne blöde Fehler werden.
Vorwegschicken möchte ich, dass Barfußläufer Haasky/Wolfgang zu meiner Freude den Weg nach Düsseldorf auf sich genommen hat und ebenfalls am Start war. Dort haben wir uns zwar nicht gesehen (verschiedene Startblöcke), aber stattdessen konnten wir die Zeit nutzen und einen Tag vorher nach der Startunterlagen-Ausgabe einen äusserst angenehmen philosophischen Abend zusammen verbringen. Zu plaudern gibts ja immer genug unter Läufern, aber zu lernen für mich auch, endlich konnte ich mal einen erfahrenen Barfußläufer "ausquetschen".
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Marathon-Tag.
Das Wetter versprach "komisches" zwischen Regen und Gewitter, bereits beim Warten im Startblock tröpfelte es ein wenig, dafür war die Temperatur perfekt, mit irgendwas um 12°C und kaum Wind. Ideal also. Später, während des Rennens kam dann immer mal ein Schauer runter, doof für das Publikum, mir hat es nichts ausgemacht, im Gegenteil, ich bin gerne durch die Pfützen getrabt um die Füße zu kühlen. Allerdings hab mich öfter gefragt wie Wolfgang das wohl wegsteckt, barfuß bei Nässe auf Asphalt, es gibt schöneres.
Ich bin aus dem Startblock Zielzeit 3:30h gestartet, hatte aber erstaunlicherweise die 3:45h Pacemaker direkt vor mir. Also nach vorne durchackern, immer mein Tempo im Auge, bloß nicht die ersten Kilometer zu schnell laufen.
Das Pulsmesser war als offizieller Pacer für die 3:30h unterwegs, den wollte ich zumindest endlich wenigsten mal kurz kennenlernen. Also Aufholen, die Fähnchen im Blick, kurz sondiert wer er wohl von den dreien ist und angequatscht. War kurz, aber hat mich gefreut :-) Meine Zielzeit sollte unter 3:30h liegen und so bin ich also fix weiter, immer schön die Pace im Auge.
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Und es lief einfach gut. Die Schuhe waren ein Genuss, ich war fit. Die Kilometer rollten so dahin, die Halbmarathonmarke wurde punktgenau überquert, irgendwann nach km28 kam das Kopfkino durch "letztes Jahr fing hier das Elend an", aber von Elend diesmal keine Spur und damit war dieses Thema endgültig beendet. Alle 10km wurden stoisch zwei Salzkapseln eingeworfen und ein/zwei Schluck Wasser hinterher. Ab km30 hab ich auch mal zu Iso gegriffen, das sich allerdings als komisches sehr verdünntes Gesöff offenbarte.
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Besonders erfreulich und etwas Stolz bin ich auf den völligen Verzicht von Gels oder ähnlichem. Da war einfach nichts nötig, irgendwann hatte ich ein Gummibärchen rausgekramt, eine Weile zwischen den Fingern gebunkert, draufgestarrt und schließlich einfach weggeworfen. Es ging ohne, sehr gut sogar. Ab km32 wurde mir so richtig bewusst wie gut es läuft und ich hab einen kleinen Gang zugelegt. Viele der Läufer die mich früh überholt hatten, blieben nun hinter mir, ich war etwas angestachelt die 3:20h zu versuchen. Da waren noch Körner und ich bin gerannt, konzentriert und voller Spaß. "Noch 2km!", keine Schwäche, beste Laune, nur noch die letzte Schlaufe über die Kö und dann ab ins Ziel. Genau in dem Augenblick sehe ich Wolfgang auf der anderen Strassenseite vorbeipreschen. Das hat mich nochmals angestachelt, ich hab meinen Laufgürtel abgeschnallt, meiner Liebsten zugeworfen und nochmal konzentriert Tempo gemacht. Dass das überhaupt möglich war, erstaunt mich jetzt noch.
Der Zieleinlauf in Düsseldorf direkt am Rheinufer ist wirklich klasse und diesmal konnte ich das auch geniessen, die Sonne ist noch rausgekommen, es hat einfach alles gepasst.
Zielzeit netto 3:21:36
Ok, die 3:20h sind es dann doch nicht geworden, aber mein diesjähriges Ergebnis ist schlicht und einfach fast 20 Minuten besser als meine bisherige Bestzeit. Ich bin mehr als zufrieden.
Hinter der Ziellinie wartete dann zu meiner Freude Wolfgang auf mich, wir sind langsam gemeinsam Richtung Nachzielbereich getrottet und haben uns fleissig über die letzten 42km ausgetauscht.
Fazit: ein rundum gelungenes Rennen, alles richtig gemacht, wahrscheinlich ist sogar noch etwas mehr drin, aber ich bin sowas von sauzufrieden!
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Liebe Margitta, mir war bewusst dass es diesmal eigentlich nur besser laufen kann, hab auf irgendwas um 3:25 spekuliert. Aber ich war auch echt noch nie so nervös vorher, ein wenig mehr Selbstvertrauen hätte nicht geschadet. Du hast mich da schon fast besser eingeschätzt, und das aus der Ferne, mal wieder die gute alte Erfahrungswerte. Ich sags ja immer wieder ;-)  Auf die eine Minute kommt es mir tatsächlich nicht an, die wäre locker drin gewesen, es ist aber wie es ist und ich bin wirklich rundum zufrieden mit dem Ergebnis. Spannender wird es beim nächsten Marathon, vielleicht klappt das ja mit Frankfurt, wäre ideal, ansonsten werde ich irgendwo anders die 3:15 knacken. Jetzt weiß ich dass ichs kann :-) Vielen Dank!!!
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Ich bin immer wieder begeistert, wenn es jemand schafft in diesen Temporegionen einen Marathon zu laufen. Ist mir persönlich leider nicht vergönnt. Ob´s am Gewicht oder an mangelndem Talent liegt konnte ich nie erörtern. Vielleicht bin ich eher der der Kraft- als der Läufertyp. Oder liegt´s vielleicht daran, dass ich das Laufen bis vor 10 Jahren noch hasste und jeder Strecke über 20Meter aus dem Weg gegangen bin! ;-)
Macht aber nix. Mit zunehmendem Alter akzeptiert man manche Dinge einfach.
Ich habe mich bei Dir ein wenig umgeschaut und mit großem Interesse dein Hubzilla gefunden. Kannte ich vorher noch gar nicht, hat mich aber sehr neugierig gemacht. Ich werde mir mal die Sache anschauen. Vielleicht habe ich die eine oder andere Frage an Dich?
Wäre das OK?
Ansonsten würde ich gerne deinen Blog bei mir verlinken, wenn Du damit einverstanden bis.

Gruß Gerd
  
Hallo Gerd, über meine diesjährige Zeit freue ich mich sogar doppelt, einerseits wegen der Bestzeitverbesserung und andererseits weil ich das ganze in VFF gestemmt hab. Hätte mir das jemand vor 2 Jahren vorausgesagt, dem hätte ich einen Vogel gezeigt :-) Aber am ende ist die Zielzeit ja dann doch wieder zweitrangig, es geht ja eigentlich darum diese Distanz laufen zu wollen/können.
Wegen Hubzilla: klar, gerne nachfragen. Oder noch besser, einen offenen Hub suchen (zb https://start.hubzilla.org), dort einen Account anlegen und rumexperimentieren. Du kannst ja später jederzeit umziehen (nomadische Identität, eines der Key-Features von Hubzilla). Verbinde dich mit mir (https://hubloq.net/channel/oliver) und dem Support Forum (https://zotadel.net/channel/support) und schon wird (hoffentlich) jede Frage beantwortet.
Blog-Verlinkung sehr gerne, findet auch gleich bei mir statt. Beste Grüße aus dem Rheinland, Oliver